Choose a language
Plan a route here Copy route
Mountainbiking recommended route

Westweg: Schwarzwald von Neueck zum Mummelsee

Mountainbiking · Schwarzwald
Profile picture of Dirk Neubauer
Responsible for this content
Dirk Neubauer 
  • Mountainbike-tour im Schwarzwald: Westweg: Schwarzwald von Neueck zum Mummelsee
    Mountainbike-tour im Schwarzwald: Westweg: Schwarzwald von Neueck zum Mummelsee
    Video: Outdooractive – 3D Videos
m 1200 1000 800 600 400 200 80 70 60 50 40 30 20 10 km
Mit dem Rad auf dem E 1 vom Bodensee nach Meckenheim.
difficult
Distance 87.9 km
8:30 h
1,864 m
1,820 m
1,152 m
233 m

Der Schwarzwald-Hauptkamm ruft! Das Klima wird spürbar rauer, die Berge steiler und die Wege knorriger. Entlang der Schwarzwaldhochstraße kommt der Westweg in Topform. Auf der Etappe werden die typischen Landschaften des Mittel- und Nordschwarzwaldes: rauschende Nadelwälder, großartige Aussichten, moorige Bergkuppen und tief eingeschnittene Flusstäler erfahren.

Bis zum Karlstein bleibt der Westweg auf der Höhe und erreicht diesen im beschaulichen Auf und Ab. Die Etappe ist jedoch lang und anstrengender als erwartet. Karlstein und Huberfelsen wollen in teilweise sehr steilen und mühsamen An- und Abstiegen bezwungen werden. Hausach markiert die Halbzeit des Westweges. Das Kinzigtal ist das Herz des Mittleren Schwarzwaldes.

Der Weg über den Grindenschwarzwald führt über die höchsten Gipfel des Nordschwarzwaldes. Auf einer Höhe von über 1.000 Meter folgen wir im steten Auf und Ab dem Hauptkamm des Nordschwarzwalds. Die einzigartige Grindenlandschaft sowie überwältigende Ausblicke ins fast 1.000 Meter tiefer liegende Rheintal machen diese Etappe zu einem der Höhepunkte des Westwegs.

Author’s recommendation

Staatsberg, Brendturm, Günterfelsen, Bregquelle, Martinskapelle (Kolmenhof), Birglerain, Weißenbacher Höhe, Blindensee, Karlstein, Fährlefelsen, Huberfelsen, Landwassereck, Kinzigtal, Einbacher Tal, Hirzwasen, Kreuzsattel, Hahnenkopf, Wolftalblick, Littweger Höhe, Großer Hundskopf, Freiersberger Tor, Juliusbrunnen, Glaswaldsee, Lettstädter Höhe, Graseck, Bauernkopf, Alexanderschanze, Schwarzwaldhochstraße, Lotharpfad, Renchtalblick, Steinmäuerle - Lierbachtalblick, Schliffkopf, Ruhestein (Skilift, Nationalparkzentrum), Mummelsee.

Es gibt unterwegs Versorgungsmöglichkeiten in Neueck, Raben, auf dem Brend, am Kolmenhof, auf der Wilhelmshöhe, am Silberberg, auf dem Rensberghof, in Bäracker, am Landwassereck, in Hausach, am Kreuzsattel (eventuell), im Harkhof, am Schliffkopf, in Ruhestein, in der Darmstädter Hütte, am Seibelsecke und am Mummelsee.

Am HMummelsee kann man im Hotel übernachten.

Difficulty
difficult
Stamina
Experience
Landscape
Highest point
Brend, 1,152 m
Lowest point
Hausach, 233 m
Best time of year
Jan
Feb
Mar
Apr
May
Jun
Jul
Aug
Sep
Oct
Nov
Dec

Track types

Asphalt 27.39%Dirt road 35.21%Forested/wild trail 14.29%Path 3.88%Road 19.10%Unknown 0.10%
Asphalt
24.1 km
Dirt road
30.9 km
Forested/wild trail
12.6 km
Path
3.4 km
Road
16.8 km
Unknown
0.1 km
Show elevation profile

Safety information

Der Weg ist auf etwa 40 km befestigt. Die restlichen 50 km fährt man auf unbefestigten Wald-, Ufer- und Feldwegen bzw. Pfaden.

Start

Neueck, Gasthaus zum Hirschen (980 m)
Coordinates:
DD
48.038752, 8.174450
DMS
48°02'19.5"N 8°10'28.0"E
UTM
32U 438463 5320937
w3w 
///competent.blissfully.floodlit
Show on Map

Destination

Mummelsee

Turn-by-turn directions

Der Gasthof zum Hirschen liegt ziemlich ungeschützt an einer Kreuzung der B 500 mit einer Landstraße auf einem 995 m hohen Pass. Der Westweg führt direkt vor dem Gasthof entlang auf dem straßenbegleitenden Fußweg, der in den Ort zu führen scheint. Die B 500 verabschiedet sich erst einmal ins östlich gelegene Tal. Diese werde ich laut Plan erst wieder an der Alexanderschanze antreffen. Mit dem Fußweg unterquere ich die Landstraße und dann weist mich die Westwegraute über eine großzügige Wiese aufwärts zum Staatsberg. Dort oben wartet wieder Wald auf mich. Laut Wegweiser sind es nach Hausach im Kinzigtal 36 km. Der Weg soll sich laut Wanderführer überwiegend auf der sanft gewellten Höhe der Europäischen Wasserscheide halten, dem breiten Hauptkamm zwischen Donau und Rhein, so um die 1000 m gelegen. Die Donauquelle steht heute Vormittag auf meinem Plan. Erst ins Kinzigtal hinunter gibt es einen heftigen Abstieg. Ich strampele also über die Wiese, erreiche an einer Waldkante einen Plattenweg und folge diesem im äußerst kalten Wind hinauf zum Wald am 1060 m hohen Staatsberg. Linkerhand sind einzeln gelegene Häuser von Neueck zu sehen. Dorthin weicht der befestigte Weg ab. Ich folge der Westwegraute zum Wald hinauf und genehmige mir am Waldrand noch einen Blick zurück auf die wolkenverhangenen Höhen.

Nun kann es auf dem schottrigen, wurzelübersäten Waldweg weiter aufwärts gehen. Bald zieht der Weg ebener am Waldrand entlang. Ich holpere so langsam über die Wurzeln. Schließlich geht es wieder in den Wald und auf einen ordentlichen Weg. Auf breiten Forstwegen fahre ich nun nordwärts im Wald über den Staatsberg. Aber ein so durchgängiger Wald wie noch gestern scheint es heute nicht zu sein. Schon befinde ich mich wieder auf freier Fläche und passiere die Leimgrubenhöfe inmitten grüner Bergwiesen. Ab hier fahre ich auf Asphalt, mal kurz durch Wald, mal entlang von Wiesen. Ich passiere das Hotel "Goldener Rabe". Hier weicht das Sträßchen als Allee eindeutig westwärts aus und steigt langsam wieder an. Ich halte mich rechterhand auf der Höhe, verlasse also die talwärts führende Straße und fahre an einem Waldrand entlang langsam auf den Brend zu. Hier bin ich auf 1075 m Höhe. Mit 1150 m ist der Brend der höchste Punkt dieses Höhenrückens zwischen Rhein und Donau, auch meiner des heutigen Tages. Es sind also nicht mehr ganz 100 hm bis dort. Am Beginn des nächsten Waldes weisen die Westwegmarkierungen rechterhand in den Wald. Ich verbleibe jedoch auf dem nun bereits steiler ansteigenden Sträßchen, da sich der Wanderweg nicht weit entfernt. Kurz darauf habe ich den granitsteinernen Turm und den daneben liegenden Berggasthof auf dem kahlen Gipfel des Brends etwas linkerhand der Straße erreicht. Einen großen Parkplatz gibt es hier auch, steht sogar schon ein Auto da. Bei dem diesigen Wetter lohnt der Aufstieg auf den Turm jedoch nicht, daher halte ich mich hier auch gar nicht länger auf und rolle auf dem Sträßchen weiter nun leicht abwärts, passiere gleich darauf das Naturfreundehaus am Brend. Der Asphalt weicht einem wunderbaren Forstweg, ein offensichtlich längeres Waldstück beginnt.

Auf dem gut fahrbaren Forstweg habe ich kurz darauf die Stelle erreicht, wo die Westwegraute linkerhand auf einen wurzelüberzogenen Pfad weist. Das Gelände steigt an und ich kann bereits die mächtigen Granitfelsen hinter dem dichten Baumgewirr entdecken. Das sind die 1136 m hohen Günterfelsen. Der Westweg führt hinüber, um nur kurz darauf wieder den Forstweg zu entern. Bei dem heutigen Wetter hat ein Ersteigen dieser Felsen absolut keinen Sinn, Sicht soll man von dort sowieso keine haben. Ich rolle daher zügig weiter auf dem Forstweg und verlasse kurz darauf den Wald. Häuser und saftig grüne Wiesen liegen voraus, die Martinskapelle auf 1094 m Höhe ist vor dem nächsten Waldrand zu erkennen. Ich rolle vor zur Straße, die durch diese Siedlung hier verläuft, hölzerne Wegweiser und ein Gedenkstein der Europäischen Wasserscheide deuten die historisch bedeutsame Donauquelle an. Auch der Kolmenhof direkt an der Quelle ist ausgeschildert. Die Straße hier oben ist wohl eine alte Handelsstraße.

Ich parke mein Rad vor dem Kolmenhof und laufe erst einmal hinab zur Donauquelle auf der Wiese dahinter. Die Hinweistafel muss schon sehr alt sein, hier werden unter anderem noch die Tschechoslowakei, Jugoslawien und die Sowjetunion als Länder benannt, durch die die Donau fließt. Auf der eingefassten Quelle sitzt wohl Danuvius, die personifizierte Gottheit des Flusses aus dem Altertum. Genaugenommen entspringt hier die Breg, die sich bei Donaueschingen mit der Brigach zur Donau vereinigt. Im Gasthof lasse ich mir an der Rezeption einen Stempel der Martinskapelle und einen der Donauquelle geben.

Ich rolle auf der Straße kurz zurück und folge dann einem Forstweg in den nächsten Wald. Relativ zügig geht es dann abwärts. Rechterhand in den Wiesen ist der Furtwänglerhof zu sehen. Dieser liegt an der nordwärts führenden Straße, auf die ich aufschließen werde. Ich befinde mich hier laut Karte im Brücklerain oder auch Birglerain, der Hochfläche auf der Europäischen Wasserscheide. Die Wasser linkerhand entwässern in die Elz, die letztlich im Rhein landet. Die Wasser rechterhand fließen der Breg und schließlich der Donau zu.

Ich folge der Straße. Kurz darauf habe ich eine Straßenkreuzung an der 1016 m hohen Weißenbacher Höhe erreicht. Hausach ist jetzt noch 25 km entfernt. Ich stelle fest, dass der markierte Westweg entgegen meinem Wanderführer hier von links auf der Wiese am Waldrand entlang kommt. An der Martinskapelle war ich aber definitiv noch richtig. Jedoch die auf dem Wegweiser erwähnte Elzquelle ist mir entgangen, wo auch immer. Der Westweg führt nun auf der Straße hier am Parkplatz geradeaus weiter. Die Hauptstraße biegt rechterhand talwärts ab, laut Beschilderung Richtung Schönwald. Ich entscheide mich jedoch meinem antiken Wanderführer folgend für das Sträßchen dazwischen mitten in den Wald hinein.

So fahre ich nun auf der Höhe bleibend zügig durch den Wald. Als ich diesen verlasse, wird das Sträßchen kurviger, ich sehe auch wieder die Westwegraute der Straße folgend. Ich passiere einige schöne, altehrwürdige Höfe umgeben von Almwiesen, dann endet der Asphalt und ich rolle auf einen Wald zu. Vor dem Wald weist die Westwegraute auf einen schmalen Pfad, der Blindensee auf 990 m Höhe liegt voraus. Bald befinde ich mich auf einem Holzbohlenpfad, der mich durch die morastige urwüchsige Landschaft führt. Bei dem derzeitigen Wetter ist dieses Gelände malerisch, noch besser wäre richtiger Nebel, was eine verwunschene Märchenlandschaft hervorzaubern würde. Der eiszeitliche Karsee Blindensee ist als nährstoffarmes Hochmoor ein Naturschutzgebiet und somit natürlich nicht zu betreten. Mein antiker Wanderführer beschreibt den Weg noch, indem er diesen See umgeht. Der Holzbohlenpfad wurde wohl erst nach dessen Herausgabe angelegt. Ich schiebe mein Rad also auf den Holzbohlen entlang von Krüppelkiefern und schmächtigen Birken, bis der Pfad sich verbreitert und ich an die eindrucksvolle, schwarz schimmernde Wasserfläche gelange. Nur ein Windrad in der Ferne stört hier das herrliche Naturschauspiel am idyllisch gelegenen See. Am anderen Ende des Naturschutzgebietes gelange ich auf eine Straße, der ich nordwärts folge.

Mit der Straße fahre ich über die Blindenhöhe, passiere den Wolfbauernhof und verlasse diese dann in der folgenden Rechtskurve vor einem kleinen See linkerhand auf einen Feldweg. Diesem folge ich entlang eines Bächleins und des Waldes um den 1020 m hohen Gitschbühl, quere einige Wegekreuzungen und fahre schließlich durch Wald. Vorher gab es noch eine schöne Aussicht auf das weiter im Tal liegende Schonach, einen traditionsreichen Wintersportort. Am Ende weist die Westwegraute auf einen kleinen Holzbohlenpfad, der durch ein kleines sumpfiges Feuchtgebiet führt, und schon habe ich ein weiteres Westwegtor erreicht. Ich befinde mich hier auf der Wilhelmshöhe an einer Landstraße. Auf der anderen Straßenseite befindet sich das zugehörige Gasthaus. Ich entdecke im Westwegtor den unscheinbaren Stempler, der in den Granitsteinblock auf einer Seite des Portals eingelassen ist. An den Innenseiten des Portals finde ich auch noch Informationstafeln von der eben zurückgelegten Etappe und der vor mir liegenden mit Bildern und Texten. Laut der Aussage der Tafeln ist es jetzt mit dem verhältnismäßig ruhigen Höhenweg vorbei und mich erwarten wieder mächtigere Auf- und Abstiege. Auf den Bodenplatten unter dem Portal ist der stilisierte Verlauf des Westwegs gezeichnet.

Laut Wegweiser ist Hausach nun noch 22 km entfernt und ich befinde mich auf 975 m Höhe. Ich fahre über den Parkplatz neben dem Gasthof und mit einem Fahrweg in den Wald hinein. Überwiegend eben geht es kurz durch Wald, dann an diesem entlang. Die Landschaft ist weiterhin durchmischt mit Wiesen und einzelnen Höfen. An einem dieser Gehöfte, dem Gummelenhof, quere ich eine Straße und komme über eine Anhöhe zum nächsten Hof, der Vesperstube Silberberg. Hier geht es dann für einige Zeit in den Wald, Silberbergweg und Herrenwaldweg führen mich hindurch. An einer markanten Kreuzung auf 1005 m Höhe wende ich mich nach rechts. Auf die Westwegraute kann ich mich im Prinzip immer verlassen. Seit Konstanz kann ich eigentlich nur sagen, mit der Beschilderung der Wanderwege bin ich hochzufrieden.

An der nächsten Ecke verlasse ich den breiten Weg. Dann sehe ich rechterhand unter zwei markanten Bäumen einen kleinen sandsteinernen Torbogen mit der Jahreszahl 1604. Hier befand sich laut Wanderführer mal der Herrenwälder Hof. Nichts außer dem Torbogen deutet mehr darauf hin, dass hier in der Einöde einmal Menschen, ja ganze Familien, gelebt haben. Ein schmalerer Pfad bringt mich durch lichten Wald, dann geht es ein kurzes Stück ziemlich steil und steinig abwärts. In Gedanken gehe ich schon den Abstieg nach Hausach durch. Laut Wanderführer muss ich da 550 hm auf solch steilen Pfaden auf relativ kurzer Strecke abwärts zurücklegen. Ob sich das nicht optimieren lässt? Unterhalb erreiche ich einen Teich und dahinter einen Hof an einer Straße. Dieser folge ich nun wieder nordwärts. Der Westweg verlässt diese gleich darauf linkerhand, um nur etwas abseits durch den Wald zu führen. Ich verbleibe auf der Straße, das gerade erlebte Wegstück reicht erst einmal und das Hotel "Schöne Aussicht", was auch im Wanderführer aufgeführt ist, war bereits ausgeschildert. Nach 3 km zügiger Fahrt auf ebener Straße habe ich das größere Anwesen erreicht und rolle hinunter zum Eingangsbereich. Ich bekomme einen Stempel. Auf meine Nachfrage teilt sie mir mit, dass der Westweg am oberhalb verlaufenden Waldrand entlang zum 971 m hohen Karlstein führt. Der Weg wäre allerdings mit dem Rad etwas mühsam zu bewältigen wegen der Wurzeln und Felsen und ich könne auch dem Sträßchen weiter folgen, um den Karlstein zu umgehen.

Laut Karte führt das Sträßchen hinunter ins Gutachtal, aber gleich am Anfang kann ich auf einen breiten Forstweg abzweigen, an dem kurze Zeit später die ersten Westwegrauten auftauchen. Linkerhand steigt das Gelände an und ich kann Geröll und Felsen zwischen den Bäumen entdecken. Dies gehört wohl zum Karlstein. Mein Weg ist aber mittlerweile auch nicht mehr ohne, wird schmaler und führt immer weiter abwärts. Wurzeln, enge Stellen und Felsen lassen mich vorsichtig durch den märchenhaft wirkenden Wald rollen. Die restlichen ca. 15 km bis Hausach soll es jetzt nur noch durch Wald ohne jegliche Berührung von Orten und vor allem stetig bergab gehen. Allerdings wird der Weg kaum besser werden als jetzt gerade.

Das Gelände wird steiler, der Weg hohlwegartiger und dann stehe ich vor einer Rutschpartie. Im Hang führt hier ein schottriger, vom Wasser ausgewaschener Pfad steil auf der Falllinie des Geländes abwärts. Ich bugsiere das Rad, beide Bremsen angezogen langsam hinab. Schließlich lande ich nach einer ganzen Weile unterhalb auf einer Kreuzung breiter Forstwege. Der Wegweiser nennt sich Fährlefelsen und weist 755 m Höhe aus. Hier kreuzt der Querweg Lahr-Rottweil meinen Weg. Bis Hausach sind es jetzt noch 12 km. Ich setze meinen Weg fort, umfahre also den erwähnten Felsen und passiere kurz darauf den 760 m hohen schiffsbugartigen Huberfelsen, der unweit des Weges inmitten von Eschen, Birken und Vogelbeeren steht. Kurz darauf an der nächsten Weggabelung muss ich mich entscheiden. Geradeaus führt der Westweg und wird dann bald über unwegsame Pfade immer auf dem schmalen Bergrücken im Bereich der 838 m hohen ehemaligen Prechtaler Schanzenanlagen über Horniskopf, Hirschlache, Haselberg, Hundseckle und Höchst zum Büchereck führen. Erst dort quert er eine Straße. Auch der weitere Weg verläuft auf dem schmalen Bergrücken im Bereich alter Schanzenanlagen über Schorenkopf, Farrenkopf und Haseneckle zur Burg Husen. Im Wanderführer ist die gesamte Wegstrecke als äußerst anspruchsvoll beschrieben, und das gilt für Fußwanderer. Es steht dort, wenn man stets den kleinsten und steilsten Weg wählt, kann man sich kaum verlaufen. Dies deutet schon die zu erwartenden Schwierigkeiten an. Die Schanzenanlagen hier stammen als Befestigungswerke noch aus der Zeit des Spanischen Erbfolgekrieges. Ich neige nun eher dazu, mir für die abwärts führenden Höhenmeter eine ökonomischere Alternative zu suchen. Und hier an der Gabelung wäre dazu die Gelegenheit.

Statt also der Westwegraute weiter zu folgen, nehme ich den Forstweg linkerhand. Als nächste Ziele sind Pfauen und Landwassereck angegeben. Der Weg ist laut Karte durchgängig ein Forstweg, führt abwärts und am Landwassereck träfe ich auf dieselbe Landstraße, wie am Büchereck, sogar auf ähnlicher Höhenlage. Kurz darauf bin ich am Wegweiser Pfauen unterhalb des Pfauenfelsens auf 704 m Höhe, zum Landwassereck sind es noch 2 km. Der Forstweg führte mit den üblichen geschwungenen Kurven gut fahrbar am Hang langsam abwärts, so bleibt es auch im weiteren Verlauf. Am Landwassereck rolle ich letztlich aus dem Wald, überquere die Straße und befinde mich auf dem Parkplatz vor dem Gasthof. Rechterhand habe ich Ausblick auf ein sich öffnendes Tal, diverse Höfe sind weit verteilt zu erkennen. Der Kamm ist mit Windrädern gespickt. Zuerst orientiere ich mich am Wegweiser. Ich befinde mich auf 629 m Höhe und eine Jakobsmuschel lacht mich an. Hier verlaufen außerdem der bereits erwähnte Querweg und der Zweitälersteig. Die weiteren Ziele Lahr, Haslach oder Höhehäuser liegen aber definitiv nicht in meiner Richtung. Beide Wanderwege führen in eher südwestlicher Richtung weiter. Neben dem Wegweiser befindet sich eine Karte, die zumindest einen weiteren Radius hat als mein Kartenausschnitt meiner geplanten Route. So erkenne ich, dass das vor mir befindliche Tal ins Mühlenbachtal führen würde und schließlich bei Haslach ins Kinzigtal stößt, weitab meiner geplanten Route. Ich entscheide also, lieber der Landstraße zum Büchereck zu folgen und damit wieder zum Westweg aufzuschließen. Aber zuvor wende ich mich dem Gasthaus zu.

Ich recherchiere in meinen Karten und finde schließlich einen wohl fahrbaren Weg in einem Tal linkerhand des Westwegs. Damit kann ich dem Wetter und dem felsigen Abstieg ein Schnippchen schlagen und würde dennoch direkt in Hausach eintreffen. Ich verpasse damit interessante Stellen, wie die Burg Husen oder den Farrenkopf und außerdem die ganzen Schanzen, aber heute ist nicht der Tag, wählerisch zu sein. Immerhin gilt die Etappe von Hausach zur Wilhelmshöhe als anspruchsvollste Etappe des gesamten Westwegs. Ich bekomme noch einen Stempel des Gasthofes. Ich folge der Landstraße nordwärts.

Wenige Minuten und Biegungen später habe ich den Parkplatz am Büchereck erreicht. Die Straße führte aber doch erheblichen Verkehr und ich bin froh, hier jetzt auszurollen. Laut Wegweiser bin ich hier auf 651 m Höhe und Hausach ist 7,5 km entfernt. Ein weiteres Ziel taucht auf, der Brandenkopf nach 22 km. Dieser steht nicht auf meiner Planung. Er befindet sich auf einer Variante des Westwegs und soll Fußwanderern als zusätzliche Übernachtungsmöglichkeit dienen.

Ich folge gleich einem besseren Forstweg linkerhand des Westwegs, der mich bald abwärts führt. An Abzweigen orientiere ich mich immer nord- und abwärts. Schließlich bin ich fast aus dem Wald heraus und kann bereits die Almwiesen erahnen, da folge ich einem Forstweg nordwärts nun wieder ansteigend. Ich bekomme linkerhand Ausblick auf den Vusenhof im Büchernerbachtal. Dann erreiche ich die nächste Höhe und einen Waldrand. An einem Wegekreuz halte ich inne, vor mir liegt das obere Ende einer Wiese und unterhalb ist ein Hof zu sehen, der Schmiderhof im Hauserbachtal. Dieses Tal hatte ich mir zuvor an der Karte am Landwassereck vor meiner Mittagspause herausgesucht. Ich befinde mich an Schmieders Kreuz auf 560 m Höhe, Hausach liegt auf etwa 230 m. Ich schiebe mein Rad jetzt über die Wiese erst am Waldrand entlang und dann einfach den Hang hinunter zu dem Bauernhof. Dort kann ich dann rollen lassen und lege so die letzten gut 300 Höhenmeter zügig auf der ruhigen Straße zurück, die den vereinzelt hier liegenden Höfen als Zufahrt dient.

Ich erreiche Hausach-Dorf, durchquere den Ort ostwärts und gelange schließlich zur Durchgangsstraße. Auf dieser fahre ich weiter ostwärts, bis schließlich eine Straße Bahnlinie und Kinzig quert. Ein Wegweiser zeigt mir hier den Abstiegspunkt des Westwegs an. Dieser kommt von der Burg Husen herunter und führt nun auf der Ortsdurchgangsstraße weiter ostwärts. Hier befindet sich auch die Halbzeitmarke des Westwegs, dem ich jedoch erst seit dem Feldberg folge. Außerdem bin ich hier wohl auf dem tiefst liegenden Punkt des gesamten Westwegs. Der südliche Schwarzwald liegt längst hinter mir. Wenn es gut läuft, werde ich heute noch den Kamm des nördlichen Schwarzwalds erreichen. Der Bahnhof von Hausach ist noch einen Kilometer entfernt. Die Alexanderschanze wird nun mit 33 km Entfernung angegeben. Mir steht nun der Aufstieg auf den Kamm des Nordschwarzwaldes bevor. Die seit dem Karlstein verlorenen 750 hm gilt es jetzt wieder zu gewinnen. Der Westweg über Spitzfelsen, Hohenlochen, Kreuzbühl, Ebenacker, Burzbühl und Hesselbacher Höhe zum Hirzwasen soll ähnlich anstrengend verlaufen, wie das Teilstück vom Karlstein hier hinunter, und bei nasser Witterung mit Vorsicht zu genießen sein. Davor bekomme ich mächtig Respekt.

Der Wanderführer eröffnet mir zu dem anstrengenden felsigen Teilstück hinauf zum Spitzfelsen noch andere Varianten. Man könne auch durchs Osterbachtal zum Käppelehof gelangen und dann am Osterbachsattel auf den Westweg treffen, kurz bevor dieser den Hohenlochen passiert. Diese Variante ist wegen der Bewirtung und eventuellen Übernachtung im Käppelehof beschrieben. Ich würde damit zumindest den schwierigen Aufstieg zum Spitzfelsen vermeiden, der im Wanderführer auch noch einen anderen Verlauf hat als der heutige markierte Weg. Der schwierige Verlauf des Kammwegs auf dem Geländegrat bliebe mir aber dennoch nicht erspart. Eine zusätzliche Übernachtungsmöglichkeit für Fußwanderer wäre das Wanderheim auf dem 945 m hohen Brandenkopf westlich des Westwegs. Dorthin führt eine Variante des Westwegs, die die Strecke etwas verlängert und ein zusätzliches Tal durchquert. Im Wanderführer ist jedoch auch ein alternativer Abstieg vom Brandenkopf ins Kinzigtal durchs das Einbacher Tal beschrieben. Von ruhigen Sträßchen ist dort die Rede. Ich schaue mir das genauer an und entscheide schließlich, es mit diesem Tal zu versuchen. Am 735 m hohen Hirzwasen käme ich damit auf den Westweg und würde dann dem Kammverlauf folgen. Ich denke, mit dieser Variante die optimale Mischung aus interessantem Wegverlauf und effizientem Vorankommen gefunden zu haben im Hinblick auf die Suche nach einer Übernachtungsmöglichkeit für heute Abend.

Ich folge also der Einbacher Straße unter der Bahnlinie hindurch und über die Kinzig. Kurz darauf unterquere ich auch die B 33 und nun versiegt der Verkehr merklich. Die Straße führt noch kurz durch das idyllische Dörfchen Einbach, steigt nun leicht an und passiert nur noch alle Nase lang verstreut liegende Höfe. Nun habe ich zwar das Westwegportal Kinzigtal verpasst, aber das ist auch nicht so schlimm. Die Straße ins Osterbachtal zum Käppelehof ist bereits abgebogen und auch eine Straße nach Neuenbach. Die Einstiege in zwei Seitentäler habe ich also bewusst verstreichen lassen. In der Ferne sind bereits die Höhen des Schwarzwaldhauptkamms zu sehen. Die Wiese des lieblichen Einbacher Tals wird schmaler, beidseits steht hoch der Nadelwald, der Einbach gluckst genüsslich über die Wiese. Ich steige kaum merklich Höhenmeter für Höhenmeter empor. Immer wieder passiere ich Höfe.

So langsam wird die Steigung ausgeprägter, aber noch passiere ich Höfe und links oder rechts des Sträßchens befinden sich Wiesen. Die Leute leben hier echt idyllisch und so manch ein Ferienzimmer befindet sich hier wohl. Dieses Sträßchen hat auf jeden Fall seinen Reiz und ich bedaure den Abweicher von der Originalstrecke keineswegs. Irgendwann habe ich den letzten Hof passiert und beidseits der Straße sind die Wiesen verschwunden, Felsgestein gewichen. Es geht wegen der Steigung schon langsamer voran. Schließlich passiere ich am oberen Talende ein altes Wanderheim und erreiche einen Brunnen. Der Asphalt ist verschwunden und ich stehe auf einem breiten Forstweg. Hirzwasenweg steht auf einem Schild und eine gelbe Raute ist zu sehen. Ich stehe bereits im tiefen Wald. Ein Stück bergauf muss ich noch, vielleicht sind es so an die 100 hm bis zum Hirzwasen. Ich stiefele den nun bereits steileren Forstweg hinauf und habe nach einer Viertelstunde den Hirzwasen und damit auch den Westweg wieder erreicht.

Hier oben befindet sich eine größere Kreuzung. Nach Hausach führt der Westweg südwärts auf einem einfachen Waldweg, Hausach ist in dieser Richtung bereits 12 km entfernt. Der Forstweg, mit dem ich gekommen bin, führt weiter zum Brandenkopf und mit ihm eine beschilderte Westwegvariante. Der Westweg selbst führt nun aufwärts als schmalerer Waldweg Richtung Norden im Hang des 898 m hohen Reiherskopfes. Die Alexanderschanze ist mit 21 km Entfernung angegeben. Ich orientiere mich kurz auf der Karte und folge einem Forstweg rechterhand des Westwegs, kurz darauf schließen beide Wege zueinander auf. Warum soll ich auf dem steinigen Weg jede Kuppe mitnehmen, wenn es sich vermeiden lässt. Ich verbleibe weiterhin auf dem Forstweg, der etwas unterhalb des Kamms parallel zum Westweg verläuft. Der Kamm befindet sich sowieso in dichter Bewaldung ohne großartige Sichten. Nach einer Weile komme ich zu einer Wegekreuzung, wo ein Forstweg aus dem Tal hinauf kommt. Linkerhand steigt ein Weg zum 745 m hohen Kreuzsattel hinauf. Diesem folge ich und habe oberhalb eine größere Wegekreuzung an der Kreuzsattelhütte erreicht. Werbung für den Harkhof, eine der wenigen bewirtschafteten Hütten dieser Gegend direkt am Westweg, ist nicht zu übersehen. Einige Kilometer trennen mich noch von dort.

Ich folge nun dem ansteigenden Forstweg, der als Westweg gekennzeichnet ist und am Hang des 887 m hohen Regeleskopfes entlang führt. Schließlich weicht der Forstweg links weiter bergauf ab, der Westweg führt auf einem schottrigen Weg abwärts. Aufgrund der größeren Brocken und der vom Wasser tief eingefurchten Rinnen agiere ich bei der Abfahrt vorsichtig. Dann habe ich auch schon einen weiteren Forstweg erreicht. An einer Kreuzung weist die Westwegraute tief ins Waldesdickicht. Auf einem schmalen Pfad, der durch den wurzelübersäten Waldboden führt, holpere ich voran und erreiche schließlich eine Lichtung. Auf einem eben verlaufenden Schotterweg passiere ich so die frei liegenden Bergwiesen, muss dabei den Weideschutzzaun passieren. Linkerhand öffnet sich der Blick in eine weitläufige Talsenke. Unterhalb des Weges liegt der Harkhof. Dort unten an den Kuhställen ist der Bauer bei der Arbeit. Auf meinem Weg tummeln sich wie zu erwarten die Rindviecher. Langsam, ohne diese aufzuschrecken, passiere ich sie und passiere am anderen Ende des Weges erneut den Weideschutzzaun. Hier am Waldrand führt mich die Westwegraute wieder ansteigend mit einem Forstweg in den endlosen Wald hinein. Der Wegweiser weist 700 m Höhe aus.

Nun geht es im ständigen Auf und Ab durch den Wald immer auf dem Kamm entlang. Bis zur Alexanderschanze werde ich diesen einsamen bewaldeten Bergrücken nicht mehr verlassen. Grenzsteine zieren den Wegesrand. Irgendwann weicht der bessere Weg nach links ab und der Westweg steigt auf Gestein und Wurzeln an auf den 864 m hohen Schnurrhaspel. Immer öfter brechen Sonnenstrahlen durch die Kronen der hoch aufragenden Nadelbäume, Fliegenpilze wachsen am Wegesrand, felsiges Gestein befindet sich links und rechts des Weges. Der Weg bleibt steinig, verläuft aber nunmehr ohne größere Höhendifferenzen entlang von Hahnenkopf und Otterstein, die sich linkerhand befinden. Er nennt sich Herbensattelweg. Zwischendurch ergeben sich auch hin und wieder mal Panoramasichten nach Osten, so z.B. ins Rankachtal und Wolftal. Kurz darauf habe ich bei 846 m die Littweger Höhe mit der Haaghütte erreicht. Ein Forstweg quert hier den Kamm, laut Beschilderung wieder einmal ein Querweg, für mich geht es nun auf einem Forstweg auch weiter, vornehmlich abwärts. Der Kamm befindet sich jetzt rechterhand meiner, linkerhand fällt das Gelände steiler ab. Die Alexanderschanze ist nun noch 12 km entfernt, der Mummelsee als weiteres Ziel ganze 32 km. Rasant geht es auf dem breiten Weg abwärts am 948 m hohen Großen Hundskopf vorbei bis zu einer Straße. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite befindet sich ein weiteres steinernes Westwegtor, das Freiersberger Tor. Dort hole ich mir den nächsten Stempel. Außerdem gibt es hier noch eine Hütte und einen Brunnen. Hier am tief ins Gelände eingeschnittenen Freiersberger Sattel auf 747 m Höhe habe ich eine tiefere Stelle des Westwegs erreicht und das bedeutet, nun geht es wieder aufwärts.

Der breite Forstweg führt nun vom Parkplatz an ansteigend in den tiefen Wald. Irgendwann weicht rechterhand der Klagsteinweg ab und ich erreiche den sprudelnden Juliusbrunnen. Hier halte ich kurz, denn voraus ist ein noch steiler werdender Anstieg zu sehen. Ich mache mich ans Werk und nehme den beinahe 30% steilen Anstieg in Angriff. Der Klagsteinweg kommt wieder hinzu und dann habe ich den Anstieg bald geschafft. Westwegwanderern wird zwar empfohlen, den Abstecher zum mystischen Sandsteinfelsen Klagstein wegen der herrlichen Sichten zu unternehmen, aber ich war schon so vollauf beschäftigt mit dem Weg.

Auf der 942 m hoch gelegenen Seeebene, einem gekennzeichneten Naturschutzgebiet, lässt mich die Westwegraute auch vom Forstweg abweichen und ein schmalerer Waldweg führt mich durch die dicht stehenden Bäume. Schließlich holpere ich auf einem wurzeligen Pfad immer der Raute folgend im Zickzack durch die Bäume. Rechterhand fällt das Gelände massiv ab. Dann kann ich einen Blick auf die klare Wasseroberfläche des Glaswaldsees werfen, der offenbar 200 m tiefer unter mir in seinem Kar liegt. Schließlich gelange ich an einen Aussichtspunkt, von dem ich einen noch besseren Blick auf den mystisch wirkenden See und das anschließende Tal habe. Kurz darauf erreiche ich einen besseren Weg und folge weiter der Westwegraute. Die Orientierung habe ich aufgrund der häufigen Richtungswechsel bereits verloren und muss nun vollkommen der Wegweisung vertrauen.

Etwas später verlasse ich den Weg wieder, um linkerhand einen schmaleren Weg zu erreichen, der mich durch die nun bereits kleinwüchsigen Bäume leitet. Ich scheine bereits mächtig an Höhe gewonnen zu haben, denn die Vegetation verändert sich merklich. Von hoch aufragenden Nadelbäumen kann keine Rede mehr sein. Auf großen Steinen führt mich die Raute zwischen großen Farnen durch eine herrlich stille Landschaft. Hoffentlich komme ich bald irgendwo an. Ohne direkte Orientierung komme ich mir verloren vor. Schließlich erreiche ich die 966 m hohe Lettstädter Höhe und kann mich am hiesigen Wegweiser orientieren. Die Seeebene liegt nun hinter mir, aber laut Karte habe ich keine größeren Anstiege mehr zu befürchten.

Ich wende mich ostwärts auf einem vernünftigen Forstweg und ignoriere an der nächsten Kurve die Westwegraute. Der Westweg führt nun laut Karte immer auf dem Höhenzug entlang, vermutlich auf schmalen, steinigen Pfaden, wie der hier abzweigende. Da dieser sich auch noch durch enge Vegetation zwängt, verbleibe ich auf dem Forstweg, der laut Karte nur unmerklich unterhalb des Kammes in derselben Richtung weiterführen soll. Kurz darauf führt ein schmaler Pfad linkerhand Richtung Teufelskanzel, was ich jedoch ignoriere, da der Wanderführer von einem alpinen Felsensteig spricht. Dieser Ausflug wird Westwegwanderern jedoch empfohlen.

Der Forstweg bringt mich also zügig meist eben bis leicht fallend verlaufend Richtung Norden durch den monotonen Tannenwald. Es zweigen schon mal Wege rechterhand zum Westweg ab, allerdings steigen die alle mächtig an. Die Hilda-Hütte ist als Richtung angegeben, allerdings lege ich darauf keinen Wert. Als mein Weg mit einem aufwärts führenden Forstweg zusammentrifft, geht es für mich auch wieder aufwärts und schließlich erreiche ich am Graseck auf 900 m Höhe eine Wegekreuzung, wo der Westweg wieder eintrifft. Nun geht es leicht auf- und abwärts auf der Höhe oberhalb des Renchtals entlang. Ich kann immer besser über die Baumwipfel hinwegschauen und habe linkerhand Ausblicke auf die Höhen oberhalb Bad Griesbach, sehe die tief eingeschnittenen Täler. Über die bewaldeten Höhen ziehen Nebelschwaden. Immer öfter verschwinden auf meiner Höhenlage die Bäume und herrliche Panoramasichten ergeben sich. Voraus erhebt sich der Kamm des Nordschwarzwaldes. Wie lange werde ich diesem wohl heute noch folgen? Mittlerweile ziehen die Wolken zügig dahin, der kalte Nordwind treibt sie vor sich her. Ein herrlicher Abend beginnt. Voraus ist ein Turm zu sehen, laut Karte müsste dies der Buchkopfturm sein. Linkerhand habe ich hier von Vogtmaiers Kanzel am 949 m hohen Bauernkopf aus nun wunderbar freie Sicht auf Bad Griesbach im Renchtal. Dort unten wuselt der geschäftige Feierabendverkehr. Diese einsame Höhenfahrt ist der richtige Abschluss des Tages.

Schließlich erreiche ich eine Straße (B 28) genau an einem riesigen Windrad und fahre auf dieser vor bis zur 968 m hohen Alexanderschanze. Hier stehen nur einige verlassene, ehemalige Hotelbauten herum und eine größere Kreuzung mit der Schwarzwaldhochstraße, der B 500, liegt voraus. Der Westweg ist zwar zuvor wieder rechterhand in die dichte Vegetation ausgewichen, aber nur um das Stückchen Straße auszusparen. Dies habe ich geflissentlich übersehen und damit vielleicht auch das nächste Westwegtor verpasst. Denn ich habe hier oben keines entdecken können. Ab hier führt der Westweg bis Sand immer auf dem Kamm des Nordschwarzwaldes entlang und zwar gemeinsam mit der Schwarzwaldhochstraße, beinahe immer nahe der 1000 m Höhe oder sogar darüber. Er hält sich allerdings stets abseits der Straße und bietet vermutlich auch bessere Aussichtspunkte. Vermutlich wird man aber immer des Verkehrslärms gewahr. Und noch eine weitere Sache muss ich beachten. Nicht weit von hier werde ich den Nationalpark Nordschwarzwald betreten. In diesem ist Radfahren nur auf ausgewiesenen Wegen gestattet und zumeist gehören die Wegabschnitte des Westwegs nicht dazu. Daher hatte ich mir bei der Planung bereits überlegt, das Fahren auf der B 500 in Betracht zu ziehen. Ich fahre bis vor zur Kreuzung. Auf der Schwarzwaldhochstraße ziehe ich nun nordwestwärts.

Anders als gestern Abend fahren hier jedoch nur wenige Autos und ich fahre auf der breiten Straße mit breitem Seitenstreifen relativ ungestört. Die Straße verläuft eben bis leicht fallend direkt auf dem Kamm entlang. Nach kurzer Zeit sehe ich im Anschluss an einen größeren Parkstreifen linkerhand einen begleitenden Radweg und wechsle auf diesen. Dieser ist überaus breit und vielleicht sogar eine alte Fahrbahn der Bundesstraße. So rolle ich nun völlig unbehelligt vom Verkehr über die Höhe dahin bis zum Abzweig der Landstraße nach Zuflucht. Ich visiere nun den Schliffkopf, den zweithöchsten Berg des Nordschwarzwaldes, und das dortige Hotel an. So rolle ich nun wieder auf der Fahrbahn der B 500 nordwestwärts dahin. Beidseits der Straße genieße ich mitunter Weitblicke und passiere kurz darauf den Wanderparkplatz des Lotharpfades. Sturmtief Lothar hatte hier an Weihnachten 1999 für weitreichende Schneisen im Baumbestand und daher für einmalige Sichtfenster gesorgt. Das hat zum Etablieren dieses Wanderpfades geführt.

Zwischendurch gibt es noch eine Baustelle mit Ampelbetrieb und die eine oder andere kleine Senke, die mich dann bei der Auffahrt in der Geschwindigkeit bremst, aber schließlich erreiche ich den 1055 m hohen Schliffkopf und entere hier einen Fahrweg. Von diesem existiert eine Zufahrt zum Hotel, vor dem sich ein größerer Parkplatz befindet. Kurzzeitig bin ich damit wieder auf dem originalen Westweg. Die karge Vegetation mit wenigen verkrüppelten Bäumchen hier auf dem Schliffkopf, Grindenlandschaft genannt, vermittelt mir einen hinreichenden Eindruck der Kuppen des Nordschwarzwaldes. Grinden nennt man die kahlen, hochmoorigen Hochflächen auf den Kuppen des Nordschwarzwalds. Sie sind im Mittelalter durch intensive Beweidung entstanden und mit Borstengras, Heidekraut und Latschenkiefern bewachsen. Heute werden die Grinden mit gezielten Ausrodungen und einer Wiederbelebung der Viehhaltung erhalten. Hier am Gipfel entspringt die Murg, die auf meinem weiteren Weg nach Norden noch eine größere Herausforderung darstellen wird. Das Hotel vermittelt mir drinnen im Foyer einen wirklich noblen Eindruck. Der Mummelsee ist laut Straßenschildern 11 km entfernt. Laut meinem Wanderführer liegt vor dem Mummelsee noch die Darmstädter Hütte. Ich lasse mir noch einen Stempel geben und mache mich dann auf den Weg zur Darmstädter Hütte.

Ich entere wieder die B 500. Der Westweg führt weiterhin linkerhand der Straße durch die einsame Gipfellandschaft des Nationalparks. Nun geht es relativ zügig zumeist abwärts in Richtung Ruhestein. Bei der Planung hatte ich noch überlegt, wie ich mit der dortigen Situation umgehe, da der Westweg direkt am Schanzengelände hinauf führt. Diese Gedankenspiele sind durch die jetzige Situation überflüssig geworden. Ich rolle rasant die langgezogene Kurve der Bundesstraße hinunter zum Skiressort Ruhestein auf 913 m Höhe.

Von hier aus wäre ich also nun entlang der Schanzen auf den 1054 m hohen Seekopf hinaufgestiegen. Auch der Wildsee und das auch hier befindliche Hochmoor entgehen mir so. Allerdings habe ich heute bereits eines der "blauen Augen" des Nordschwarzwaldes betrachten dürfen, den Glaswaldsee. Ich rolle auf der Straße also am Abzweig des Skiressorts vorbei und würde nun erst einmal etwas abwärts fahren und dann immer leicht aufwärts bis zum Mummelsee. Die Schwarzwaldhochstraße führt hier nicht mehr direkt auf dem Kamm entlang, das übernimmt der Westweg. Allerdings nehme ich stattdessen den nächsten Forstweg rechterhand, der mich direkt zur 1030 m hoch gelegenen Darmstädter Hütte führen wird. Der Forstweg ist breit und gut einsehbar. Es geht erst langsam, dann heftiger aufwärts. Ich ignoriere alle abwärts führenden Abzweige und komme an eine Wegekreuzung. Voraus weiter oben gelegen kann ich ein Licht entdecken.

Das Licht stammt von der Notbeleuchtung der Hütte. Die Tische und Bänke sind alle untergestellt und nur im Flur der Baude brennt ein Notlicht. Eine einsame Katze streunt umher und auf mein wiederholtes Klopfen antwortet niemand. Die Hütte hat zwar keinen Ruhetag, aber ohne angekündigte Übernachtungsgäste wird in dieser Jahreszeit der Wirt abends rechtzeitig schließen. Ich schiebe mein Rad nun hinunter zur letzten Wegekreuzung und rolle hier langsam auf dem westwärts führenden Forstweg entlang. Es geht anfangs eben, vielleicht noch ein wenig aufwärts, später dann aber zügig abwärts. Dann ergeben sich herrliche Sichten ins etwa 1000 m tiefer liegende Rheintal. Der große Lichterklumpen müsste Strasbourg sein. Ich befinde mich hier ganz in der Nähe der Grenze von Württemberg zu Baden.

Schließlich erreiche ich die B 500 und fahre hier nun vorsichtig am rechten Fahrbahnrand leicht aufwärts. Voraus ist schon die grüne Leuchtreklame des Hotels am Mummelsee zu erkennen. Ich passiere das 956 m hohe Seibelseckle und klettere den letzten Anstieg zum 1029 m hoch gelegenen Mummelsee empor.

Note


all notes on protected areas

Getting there

A 5 Abfahrt Abfahrt Freiburg-Mitte bzw. Freiburg-Süd, dann B 31 bis Hinterzarten und B 500 bis Neueck.

Parking

Parkplatz am Gasthaus.

Coordinates

DD
48.038752, 8.174450
DMS
48°02'19.5"N 8°10'28.0"E
UTM
32U 438463 5320937
w3w 
///competent.blissfully.floodlit
Show on Map
Arrival by train, car, foot or bike

Book recommendations for this region:

Show more

Recommended maps for this region:

Show more

Equipment

Trekkingrad oder Mountainbike (auch mit Gepäck).

Questions and answers

Ask the first question

Would you like to the ask the author a question?


Rating

Write your first review

Help others by being the first to add a review.


Photos from others


Difficulty
difficult
Distance
87.9 km
Duration
8:30 h
Ascent
1,864 m
Descent
1,820 m
Highest point
1,152 m
Lowest point
233 m
Scenic Refreshment stops available Cultural/historical interest Geological highlights Botanical highlights Linear route Summit route

Statistics

  • Content
  • Show images Hide images
Features
2D 3D
Maps and trails
Distance  km
Duration : h
Ascent  m
Descent  m
Highest point  m
Lowest point  m
Push the arrows to change the view